Buchrezensionen Team Bellini

Buch-rezension von Daniela

«Das Buch nimmt uns mit in ein Land voller Geheimnisse und Naturerlebnisse.»

Die nenzische Autorin beschreibt das karge Leben in den weiten Steppen der Baidarata-Tundra. Das Leben der Nenzen, einem zum Teil noch nomadisch lebenden Volk aus Nordsibirie, ist voller Traditionen und uralte Gesetze bestimmen ihr Leben. Wer dagegen rebelliert, gerät in Konflikt mit den Älteren. Der junge Nenze Aljoschka verweigert sich der Tradition und hadert mit einer unerfüllten Liebe. Das Buch ist eine tragische Lebens- und Liebesgeschichte, die uns tief berührt wie einst die Schicksale der Figuren bei Aitmatow. Anna Nerkagi versteht es, uns das Leben der Nomaden näher zu bringen und lässt uns tief in die Seelen dieser Menschen blicken.

 

Dieses Buch bezaubert nicht nur wegen der Fotos von Sebastiao Salgado. Das Buch nimmt Sie mit in ein Land voller Geheimnisse und Naturerlebnisse. Poesie pur und literarisch ein Hochgenuss!

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«Weisse Rentierflechte» von Anna Nerkagi
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Buch-rezension von Ursi

«Eine alte Dame begibt sich auf eine weite Reise um ein Versprechen einzulösen.»

»Ich werde alles tun, um unser Versprechen einzulösen. Denn ein ganzes Leben hat nicht ausgereicht, um es zu vergessen.«
Als die 89-jährige Südtirolerin Edna in einer deutschen Zeitschrift ein Bild ihres Kinderfreundes Jacob entdeckt, macht sie sich auf den Weg über die Alpen, um eine alte Schuld zu begleichen. Vor einem ganzen Leben mussten Edna und Jacob unter härtesten Bedingungen bei schwäbischen Landbesitzern schuften wie bereits Tausende Bergbauernkinder vor ihnen. Der Zweite Weltkrieg riss sie auseinander. Zu Fuß, mit Bus und Zug beginnt Edna eine Reise voller berührender Begegnungen und mit einer langersehnten Versöhnung.

Ein gelungener Roman, gefühlvoll, traurig, nachdenklich, fröhlich, unvoreingenommen – der einfach stimmig zum Nachdenken anregt. Sehr gern empfehle ich dieses Buch weiter.

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«Als wir uns die Welt versprachen» von Romina Casagrande
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Buch-rezension von Carolin

«Humorvoll bis absurd.»

Als Osnat mit ihrem Mann Dror und ihren beiden Töchtern umzieht, ist sie überglücklich: endlich ein eigenes Haus, und in höchstens zehn Jahren ist dies das neue Trendviertel von Tel Aviv. Doch mit den Umzugskartons packt Osnat auch erste Zweifel aus. Wieso gibt der Alte von nebenan die Kuchenplatte nicht zurück? Was macht diese andere Familie eigentlich mit all den Kampfhunden? Und arbeitet Dror wirklich in seinem Zimmer, oder tut er nur so? Osnat muss sich entscheiden, ob es bloß eine neue Alarmanlage braucht oder gleich ein neues Leben.

Ein Buch, dass sich langsam «unter die Haut» schleiche und dort ordentlich «zwickt und wehtut».

Diese Geschichte liest sich wie ein Skript zu einer Serie, von der man nicht genug haben kann – langsam entblättern sich die Figuren und man wiegt sich als LeserIn in der glücklichen Position nicht Teil der absurden Nachbarschaft in Tel Aviv zu sein, um dann im nächsten Moment festzustellen, dass es doch «Leute wie wir» sind! Humor der bissigen Art!

 

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«Leute wie wir » von Noa Yedlin
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Buch-rezension von Sandra

«Jede Erzählung ein Juwel.»

Adelheid Duvanel ist eine Meisterin der kleinen Form. Die radikale poetische Kraft ihrer Sprache macht sie zu einer der bedeutendsten Stimmen der Schweizer Literatur des 20. Jahrhunderts.

Ihre kurzen Erzählungen sind Momentaufnahmen aus dem Leben von meist versehrten Existenzen, die sich aber in ihren fatalen Verhältnissen mit schlafwandlerischer Sicherheit bewegen. In ihrem eigensinnigen Beharren auf ihrer Sicht der Welt bewahren sie sich ihre Würde gegen die Zumutungen des Lebens. Ja, sie finden gerade in der Abweichung vom Verlangten eine Kühnheit, die den Texten ihre umwerfende Energie gibt. Sie sind von hoher poetischer Präzision, jede Figur «in Einzelanfertigung». Trotz ihres manchmal finsteren Inhalts leben die Texte von überraschenden, absurden Wendungen und einer wunderbaren hintergründigen Komik.Diese Ausgabe vereinigt erstmals sämtliche in Buchform sowie in Zeitschriften, Zeitungen und Anthologien erschienenen Erzählungen Adelheid Duvanels in einem Band, der dieser grossartigen Autorin wieder den Platz in der Literatur einräumt, der ihr gebührt.

 

Adelheid Duvanel, geboren 1936 in Pratteln und aufgewachsen in Liestal, machte eine Lehre als Textilzeichnerin. Sie arbeitete auf verschiedenen Bürostellen sowie als Journalistin und Schriftstellerin. Von 1962–1981 war sie mit dem Kunstmaler Joseph Duvanel verheiratet, mit dem sie eine Tochter hatte. Bis auf ein Jahr auf Formentera lebte sie in Basel, wo sie 1996 starb. Ihre schriftstellerische Laufbahn begann sie unter dem Pseudonym Judith Januar in den Basler Nachrichten, in Anthologien und literarischen Zeitschriften. Ab 1980 erschienen ihre Erzählbände im Luchterhand Verlag. Duvanel wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grossen Schillerpreis und dem Kranichsteiner Literaturpreis.

Duvanel ist eine Entdeckung! Jede Erzählung ein düsteres Porträt von Seelennöten, die dank dem Surrealen und der sprachlichen Kunst jede ein Juwel für sich ist. Die Bilder, die Duvanel hier mit einer sprachlichen Präzision schafft, sind so mehrschichtig und intensiv, dass man schon nach ein paar Geschichten pausieren muss um sie gedanklich zu verdauen. Ein Buch, das irritiert und sättigt und von dem man doch nicht genug bekommt. Einzigartig, atemberaubend. 

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«Fern von hier» von Adelheid Duvanel
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Buch-rezension von Urs

«Ein wilder Ritt durch die verwirrliche Welt der Waffenexporte Schwedens und einer christlichen Bruderschaft.»

Max Anger, ehemaliger Kampftaucher, der gegenwärtig für einen zivilen Thinktank arbeitet, erhält von seinem früheren Vorgesetzten der Küstenjäger den Auftrag in einer heiklen Geschichte zu ermitteln. Ein Angestellter der Waffenexportaufsicht des schwedischen Aussenministeriums hat sich im Jahre 2001 im September kurz vor dem Attentat auf das World Trade Center in New York durch einen Sprung aus dem Fenster des Waldorf Astoria in Jerusalem das Leben genommen. Steckt da allenfalls ein Verbrechen dahinter? Gustav Barck, so der Name des geheimnisvollen Mannes aus dem Aussenministerium, machte seine Ausbildung an der schwedischen Militärakademie Karlberg und schien über sehr gute gesellschaftliche Verbindungen sowie über erstaunlich viel Geld verfügt gehabt zu haben. Max Anger begibt sich also nach Jerusalem und stellt dort einige Tage nach den tragischen Vorkommnissen Nachforschungen zum Besuch Barcks in der Stadt an. Dabei stellt sich heraus, dass dieser mit dem Taxi vom Hotel aus in die palästinensische West Bank und wieder zurückgefahren ist, in privater Mission. Er fuhr zu einer Ruine mit Namen Bet-El, das Haus Gottes und sprach von der Stunde der Rechenschaft. Und nun tauchen wir ein in einen Knäuel von Verstrickungen vom scheinbaren Unfalltod von Max’s Vater (auch er bei der schwedischen Waffenexportaufsicht), über jenen des ermittelnden Polizei-Inspektors und eines anderen Rüstungskontrolleurs, über ein Waffendeal mit Südafrika von Saab Technics, was wiederum zu Nachforschungen vor Ort einer südafrikanischen Sonderermittlerin zur Folge hat, über ein schwedisches Flugleitsystem, das auf geheimnisvollen Wegen bei den Sowjets landete, über geheimnisvolle Treffen (Donnerstagsclub) ausgewählter Mitglieder der gesellschaftlichen Elite Schwedens an der US-Botschaft in Stockholm bis hin zu einflussreichen schwedischen und nordamerikanischen Finanzjongleuren mit Visionen eines kleinen, auserlesenen inneren Zirkels des Zimmermannordens mit dem Ziel Schweden und die Welt auf den rechten, gottgefälligen Weg zurückzuführen. Durchblick verloren? Dranbleiben, weiterlesen! Der klärende Moment kommt. Schliesslich ist mit Sofia (lieben Max und sie sich eigentlich?) auch noch die Mordkommission der Reichpolizei involviert und dazu kommt zu guter Letzt auch noch der nationale schwedische Nachrichtendienst (Säpo). Max Anger eingerechnet ermitteln nun insgesamt drei Parteien in der selben causa ….ob das gut kommt? Letztlich nähern sie sich beharrlich einem unheimlichen Zentrum der Macht. Viele Tote kostet diese abenteuerliche Annäherung- und was geschieht mit dem eigentlichen Strippenzieher?

Martin Oesterdahl führt uns stetig auf den vielen Seiten seiner Geschichte durch diesen irren Dschungel menschlicher, politischer, militärischer, finanzieller Verflechtungen. Da ist höchste Konzentration gefordert! Aber unterhaltend ist das Buch alleweil. Die Spannungskurve steigt zum Ende der Geschichte dann auch sehr steil an. Also, lieber Leser, lesen – was sonst (what else? – nein kein Kaffee!).

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«Der Geier» von Martin Österdahl
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Buch-rezension von Chantal

«Ein nachklingendes, faszinierendes Buch»

28.000 Jahre ist es her. Junhi ist auf sich allein angewiesen. Das Mädchen, das die Zukunft in ihren Träumen vorausschauen kann, ist von ihrem Stamm verstoßen worden. Einmal ist ihr unverschuldet ein Fehler beim Deuten ihrer Träume unterlaufen. Nun irrt sie auf der Hochebene umher – auf der Suche nach den Mammutjägern, die nicht zurückkehrten, auf der Suche nach ihrer eigenen Bestimmung.

 

Juhnis Reise durch diese längst vergangene Zeit, als Menschen noch Seite an Seite mit Mammuts und Höhlenbären gelebt haben, hat mich nahhaltig beeindruckt und fasziniert. Eine Geschichte zum eintauchen, nachdenken und mitfiebern.

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«Im Schatten des Löwen» von Linda Dielemans
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