Buchrezensionen Team Bellini

Buch-rezension von Daniela

«Das Buch nimmt uns mit in ein Land voller Geheimnisse und Naturerlebnisse.»

Die nenzische Autorin beschreibt das karge Leben in den weiten Steppen der Baidarata-Tundra. Das Leben der Nenzen, einem zum Teil noch nomadisch lebenden Volk aus Nordsibirie, ist voller Traditionen und uralte Gesetze bestimmen ihr Leben. Wer dagegen rebelliert, gerät in Konflikt mit den Älteren. Der junge Nenze Aljoschka verweigert sich der Tradition und hadert mit einer unerfüllten Liebe. Das Buch ist eine tragische Lebens- und Liebesgeschichte, die uns tief berührt wie einst die Schicksale der Figuren bei Aitmatow. Anna Nerkagi versteht es, uns das Leben der Nomaden näher zu bringen und lässt uns tief in die Seelen dieser Menschen blicken.

 

Dieses Buch bezaubert nicht nur wegen der Fotos von Sebastiao Salgado. Das Buch nimmt Sie mit in ein Land voller Geheimnisse und Naturerlebnisse. Poesie pur und literarisch ein Hochgenuss!

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«Weisse Rentierflechte» von Anna Nerkagi
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Buch-rezension von Ursi

«Ein Roman wie aus einer anderen Welt.»

In der kleinen mexikanischen Stadt Linares erzählt man sich noch immer von dem Tag, an dem die alte Nana Reja ein Baby unter einer Brücke gefunden hat. Von einem Bienenschwarm umhüllt, erweckt der kleine Simonopio zunächst Misstrauen bei den abergläubischen Dorfbewohnern. Doch die Gutsbesitzer Francisco und Beatriz Morales nehmen den wilden stummen Jungen bei sich auf und lieben ihn wie ihr eigenes Kind. Während die Spanische Grippe die Region trifft, und um sie herum die mexikanische Revolution wütet, lernen sie Simonopios Gabe zu vertrauen und können die Familie so vor dem größten Unheil bewahren. Doch nicht alle Bewohner der Hacienda meinen es gut mit dem Jungen …

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«Das Flüstern der Bienen» von Sofia Segovia
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Buch-rezension von Carolin

«Was weiß ich wirklich über die, die ich am meisten liebe?»

Karlas Leben ist stehengeblieben. Sie trägt eine Urne nach Hause, darin die Asche ihrer Schwester Marie. Und plötzlich ist nichts mehr so, wie es einmal war. Marie war Karlas Seelenverwandte, ihr Kompass in diesem Chaos, das sich Leben nennt. Und während sich dieses Chaos um sie herum einfach weiterdreht, reist Karla nach New York, um dort die Wohnung ihrer Schwester aufzulösen. Als sie Fotos findet, die so verstörend wie alltäglich sind, fragt sie sich, wie gut sie Marie wirklich kannte. Die Schwester, die so ganz anders lebte als sie. Die erfolgreich und selbstbewusst war. Was Karla auf den Bildern sieht, verändert ihren Blick auf Marie, ihren Blick auf sich selbst und auf das ganze Leben vor ihr. Anika Landsteiner erzählt eindringlich, bewegend und aufrüttelnd von Frauen wie uns. Von Menschen wie dir und mir. Ein Buch, das im Kopf bleibt.

Der Roman behandelt die Themen Schwesternbeziehung, Familienbande, Themen, die uns alle in irgendeiner Form betreffen, denn wir alle stehen in Beziehung zu nahestehenden Menschen und die Frage stellt sich den Lesenden, wie lebe ich und fülle diese mir eigentlich nahen Beziehungen mit Leben und Gesprächen aus.  Es sei der Ordnung halber gesagt, dass in dem Roman auch die Themen häusliche und sexuelle Gewalt eine Rolle spielen, welche sehr feinfühlig und keineswegs realitätsfern beschrieben sind.  Für alle, die gerne perspektivisch erzählte Romane lesen, die in der Gegenwart und Vergangenheit verbunden werden und so den Figuren psychologisch und emotional näher kommen.

Warum sprechen wir eigentlich den ganzen Tag und sagen uns doch so wenig….?! Dieses Leitthema steht für mich über diesem neuen Roman von Anika Landsteiner , der in einer einfach gehaltenen, guten Sprache den beiden Schwestern Karla und Marie an die Seele rückt : Zunächst glaubt man, auch dem Cover geschuldet, dass wir es mit einem leichten, Gedanken zerstreuenden Frauenroman zu tun haben. Am Ende überrascht die Geschichte der beiden Schwestern mit Tiefe und wirkte bei mir noch eine ganze Weile nach.

 

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«So wie du mich kennst» von Anika Landsteiner
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Buch-rezension von Sandra

«Eine Frau auf der Suche nach einer neuen Heimat.»

Judith Hermann erzählt in ihrem neuen Roman »Daheim« von einem Aufbruch: Eine alte Welt geht verloren und eine neue entsteht.
Die 47-jährige Ich-Erzählerin hat ihr früheres Leben hinter sich gelassen, ist ans Meer gezogen, in ein Haus für sich. Ihrem Exmann schreibt sie kleine Briefe, in denen sie erzählt, wie es ihr geht, in diesem neuen Leben im Norden. Sie schließt vorsichtige Freundschaften, versucht eine Affaire, fragt sich, ob sie heimisch werden könnte oder ob sie weiterziehen soll. Judith Hermann erzählt von einer Frau, die vieles hinter sich lässt, Widerstandskraft entwickelt und in der intensiven Landschaft an der Küste eine andere wird. Sie erzählt von der Erinnerung. Und von der Geschichte des Augenblicks, in dem das Leben sich teilt, eine alte Welt verlorengeht und eine neue entsteht.

Ein schöner, in sich verschlungener Roman der mich mit seiner melancholischen Sprache fasziniert hat. Hermann versteht es, Landschaften und Gemütszustände in knappen, präzisen Sätzen zu beschreiben, die Figuren sind liebevoll gezeichnet.  Ein stilles, feines Lesevergnügen, das ich sehr empfehlen kann.

 

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«Daheim» von Judith Hermann
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Buch-rezension von Urs

«Mit der Brandung, die sich sich an den Klippen bricht, wird ein spannender Fall an den Strand gespült.»

Eine Zürcher Buchhändlerin erklimmt die steilen Stufen eines geheimnisvollen Leuchtturms an der bretonischen Küste, sucht den Überblick und findet dank unbändiger Neugier Spuren, die weit in die Vergangenheit zurückführen

Die Ich-Erzählerin Tereza führt den deutsch-englischen (sic!) Buchladen DEJALU in der Bretagne. Ein nicht gerade einfacher Broterwerb für eine Zürcherin in fremden Landen. Dennoch findet sie Zeit für Nachforschungen in einer Geschichte, die so wechselhaft ist wie das Wetter im Westen Frankreichs. Ihre Neugier ist allerdings gar nicht zur Freude von Gabriel Mahon, Commissaire der Police nationale mit schottischen Wurzeln. Im Zentrum die über 90-jährige Nonne Nominoe vom hiesigen Kloster, die seit längerem unauffindbar ist und der ebenfalls greise Bernard Sonnett, den Tereza tot am Strand findet. Bernard hätte eigentlich für seine Verdienste für die Bretagne als Granit-Ritter ausgezeichnet werden sollen. Eine kunterbunte Geschichte wogt auf und ab um Proben des lokalen Frauenchors «Die Bergamotten», die an ihren Stimmen für eine nahe Aufführung in Camaret-sur-Mer arbeiten, um Armelle eine bretonische Sängerin, welche im Ausland Karriere gemacht hat und an der Aufführung teilnehmen soll, um eine Filmcrew um Nicolette Ginsberg, welche die Proben des Frauenchors dokumentiert, um eine vergiftete Fischsuppe mit Folgen, welche die Ersatzköchin Tereza in ziemliche Verlegenheit bringt, um den glücklosen Fischer Luc Meunier, der angeschossen in seinem Boot gefunden wird und um ein kostbares Bild aus dem vermeintlichen Besitz von Bernard Sonnett, das sein Sohn Alain möglicherweise verschwinden liess. Und wo findet sich nun die verborgene Ursache von all diesen Vorkommnissen? Vor mehr als 75 Jahren ächzte auch die Bretagne unter deutscher Besatzung. Hier findet Tereza Spuren, welche in einen Bunker und eine magische Grotte führen und die vielen Fragen ihrer Nachforschungen beantworten. Interesse geweckt?

 

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«Bretonisch mit Aussicht» von Gabriela Kasperski
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Buch-rezension von Chantal

«Ein nachklingendes, faszinierendes Buch»

28.000 Jahre ist es her. Junhi ist auf sich allein angewiesen. Das Mädchen, das die Zukunft in ihren Träumen vorausschauen kann, ist von ihrem Stamm verstoßen worden. Einmal ist ihr unverschuldet ein Fehler beim Deuten ihrer Träume unterlaufen. Nun irrt sie auf der Hochebene umher – auf der Suche nach den Mammutjägern, die nicht zurückkehrten, auf der Suche nach ihrer eigenen Bestimmung.

 

Juhnis Reise durch diese längst vergangene Zeit, als Menschen noch Seite an Seite mit Mammuts und Höhlenbären gelebt haben, hat mich nahhaltig beeindruckt und fasziniert. Eine Geschichte zum eintauchen, nachdenken und mitfiebern.

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«Im Schatten des Löwen» von Linda Dielemans
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